Unterrichtsentwicklung als Teil unserer Schulentwicklung

Wir verstehen die Unterrichtsentwicklung neben der Organisations- und Personalentwicklung als Hauptanliegen innerhalb unserer Schulentwicklungsplanung.

Unterrichtsentwicklung

Wir verstehen die Unterrichtsentwicklung neben der Organisations-  und Personalentwicklung als Hauptanliegen innerhalb unserer Schulentwicklungsplanung.

Wir sehen unsere Schule als lernende Institution unter Beteiligung der gesamten Schulgemeinde. Alle zwei Jahre definieren wir unsere Schulentwicklungsziele neu, ein konsequentes, transparentes Verfahren.

In den letzten drei Zyklen haben wir uns auf die Unterrichtsentwicklung, auch im gemeinsamen Lernen und der Integration, fokussiert. Ausgehend von smarten Zielen werden jeweils variable Indikatoren zur Zielerreichung formuliert, dazu die entsprechenden Maßnahmen zur Zielerreichung und zur Evaluation.

Die Steuergruppe Unterrichtsentwicklung, eine von vier installierten Steuergruppen,  erhält von der Lehrerkonferenz den Auftrag, Vorschläge für Bereiche der Unterrichtsentwicklung zu erstellen. Sie tagt in Zusammenarbeit mit der Schulleitung wöchentlich und erarbeitet einen Vorschlag incl. Projektstrukturplan und Ablaufplan.

Dazu gibt es immer wieder zusätzliche „Begleitgruppen“. Diese sind partizipativ basierte Ad-Hoc-Gruppen, die zielgerichtet zur Entwicklung anstehender Teilbereiche beitragen, ihre Arbeit ist zeitlich begrenzt auf ein gewähltes schulisches Vorhaben. Die Lehrerinnen und Lehrer ordnen sich einer Begleitgruppe zu und begleiten jeweils ein Entwicklungsvorhaben, bzw. Qualitätssicherungsvorhaben.

Die Lehrerkonferenz erhält regelmäßig Informationen der Steuergruppe(n) und ist über ein Infoboard auf dem Laufenden. Ist der Beschlussvorschlag erarbeitet, geht er durch alle Gremien (Lehrerkonferenz, Schülermitverwaltung, Elternforum, Schulpflegschaft, Schulkonferenz) und wird verbindlich.

Zu den Schwerpunkten bisheriger Unterrichtsentwicklungsarbeit s. Teil II, Kapitel IV des Schulprogramms.

Im Jahr 2015 ging ein neues Unterrichtsstrukturmodell zum aktivierten, eigenverantwortlichen Arbeiten an den Start, das eine systematische Differenzierung voranbringt. In Klasse 5 wird eine Fachstunde in D, M und E als individuelle Lernzeit (ILZ) erteilt. Stichpunkte: Differenzierung mit Lernmatrizen, Training von Selbstkontrolle, Umgang mit dem Logbuch. Dazu kommen donnerstags Stunden im Offenen Lernen (OLE) und Lernentwicklungsgespräche (LEGs). In Klasse 6 wählen die Schüler an drei Tagen das gewünschte Fach jeweils frei an, wählen Aufgaben aus einem nach Niveau, Umfang und Komplexität differenzierenden Aufgabenpool, zumeist matrizengesteuert. Die Schüler korrigieren diese Aufgaben anhand von Lösungsblättern und evaluieren im Anschluss ihre fachbezogene Leistung und ihre Arbeitsweise in einem dafür entwickelten Logbuch. Jeweils am Donnerstag einer Woche findet im Team Teaching ein Lernentwicklungsgespräch statt. Dieses Modell wurde kontinuierlich weiterentwickelt und durch Feedbacks evaluiert.                                                                                                                    Begleitende Faktoren: wöchentliche Teamsitzungen, Hospitationen an Referenzschulen, Entwicklung von Beratungsbögen zum Lerncoaching, pädagogische Ganztage, Weiterentwicklung von OLE und LEG. Das Erlernen adäquater Selbsteinschätzung und der Formulierung von smarten Zielen ist uns ein zentrales Anliegen.

In den letzten Schuljahren tagten die Fachlehrer TEAM5 und TEAM 6 z. T. wöchentlich, sie gaben ihre Erkenntnisse an die Steuergruppe weiter, die ihrerseits für die Diskussion zur Nachsteuerung in der Leko und für die Evaluationsarbeit sorgte. Alle Mitwirkungsgremien werden jeweils beteiligt. In der Implementierungsphase entstand schließlich nach und nach ein Zirkel der Nachsteuerung, bis das Modell im Mai 2017 schließlich endgültig verabschiedet wurde. Der gesamte Entwicklungsprozess wurde von einem externen Schulberater begleitet. Unsere Entwicklungszyklen beinhalten pädagogische Ganztage, die von der Steuergruppe geplant werden. Diese schulinternen Fortbildungen werden methodisch besonders aufbereitet, sie fußen auch auf der Mitarbeit externer Referenten.

Im Planungs- und auch Durchführungsprozess hospitierten wir an besonderen Schulen, die bereits Exzellenzniveaus im jeweiligen Entwicklungszielbereich erreicht haben.

Seit Beginn des Schuljahres 2017/18 hat eine zweite Steuergruppe „Medien“ ihre Arbeit aufgenommen, die eng mit der Steuergruppe „Unterrichtsentwicklung“ zusammenarbeitet. Ziel ist die Verzahnung der Unterrichtsentwicklung mit unseren Zielen im Bereich der Medienentwicklung.

Im aktuellen Zyklus der Entwicklungsziele, Schuljahre 2017/18 und 2018/19 (s. Schulprogramm Teil II, Kapitel 1) haben wir unter dieser Prämisse vier Entwicklungsbereiche in den Fokus gestellt:

  1. Die stufenweise Weiterentwicklung des aktivierten und selbstgesteuerten Lernens (Moodle und OLE+) mit dem Schwerpunkt Methoden- und Selbstkompetenz.
  2. Die Fortschreibung und Fortentwicklung des schuleigenen Medienkonzepts Klassen 5-8, angelehnt an die Kompetenzen des Medienpasses NRW.         Die Implementierung E-Learning gestützter Unterrichtsbausteine in Klasse 7/8 zur Vermittlung strukturierter Medienkompetenzen unter Berücksichtigung eigenverantwortlicher Lernprozesse.
  3. Individuelle Lernwege innerhalb der fachlichen/didaktischen Gestaltung – Differenzierung nach Umfang, Zeit, Niveau in allen Fächern.
  4. Feedback und Beratung

 

Weitere Impulse für die Unterrichtsentwicklung:

Das umfangreiche Förderkonzept der Realschule Waltrop begreift Förderung als Teil einer systematischen Schulentwicklung, insbesondere Unterrichtsentwicklung, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine Förderkultur für vielfältige Begabungen auszubauen.

Unterrichtsstörungen werden seit 2005 durch das „Eigenverantwortliche Lernen – Der Trainingsraum“ aufgefangen. Hier werden die Schüler in ihrer Entscheidungsfähigkeit gestärkt; sie üben sich darin, Konsequenzen ihres Verhaltens im Auge zu haben und an ihren Auffälligkeiten im Bereich des sozialen Verhaltens zu arbeiten.

Die schulinternen Lehrpläne aller Fächer verfügen über ein Leistungskonzept, das von Eltern und Schülern jederzeit eingesehen werden kann. Über die Kriterien der Leistungsmessung informieren alle Fachkollegen zu Anfang jedes Halbjahres und vermerken dies farbig im Klassenbuch. Alle Fächer verwenden durchgehend eine einheitliche, transparente Regelung zur prozentualen Verteilung der Notenstufen.

Als Europaschule verfügt die Schule über die obligatorischen Handlungsfelder wie z. B. den bilingualen Unterricht hinaus über ein festes Jahresprogramm und eine Vielzahl zusätzlich profilierender Kriterien, u. a. ein fächerübergreifendes Europacurriculum, s. Homepage.

In unseren zahlreichen Projekten als SoRSmC und Europaschule gibt es in Vorbereitung der Ausstellungen besondere, monatelange Arbeitsphasen, die weit außerhalb des normalen Unterrichts anzusiedeln sind und unseren Unterricht entwickeln. Wir leisten es uns, uns in unseren Lehrplänen auch frei zu bewegen ohne die Fachlichkeit aus dem Auge zu verlieren. Ein dynamisches Fach wie Politik z.B.  kann man nicht erstarren.                                                                                                                             Wir schaffen Verbindungen zwischen dem fachlichen Lernen und gesellschaftlichem Engagement, zwischen inhaltlichem, sozialem und Methodenlernen. Besondere Merkmale:

  • Projektorientiertes Arbeiten, fächerübergreifend, als Form ganzheitlichen Lernens schülerzentriert, problem- und produktorientiert,
  • Künstlerische, kreative Zugänge, die die Schüler über Emotionen erreichen. So fördern wir das kreative Denken und die Gestaltungskraft.
  • Partizipation: die Schüler entscheiden im Planungsprozess mit, sie werden an der Auswahl der Themen im Projekt und an der Art und Gestaltung der Präsentation beteiligt.
  • Die Projekttage, Unterrichtsveranstaltungen im Jahresplan Europaschule etc. orientieren sich an den aktuellen Entwicklungszielen der Schule und bringen diese erheblich voran.
  • Balance zwischen individuellem und gemeinschaftlichem Lernen: die Schüler sehen ihren eigenverantwortlichen Beitrag z. B. zu einem Jahresprojekt oder einem Europakongress in Klasse 5 und 6 wachsen und zum Teil eines Ganzen werden. Das gibt Motivationsschub und Identifikation und fördert den Teamgeist.
  • Förderung von Begabungsspektren, die sich in der „normalen“ Lehrplanarbeit kaum zeigen: durch kreative, gestalterische, informationstechnologische, künstlerische, praktisch-handwerkliche, musische, schauspielerische Ansätze in unseren Unterrichtsreihen erleben die Schüler ganz neue vielfältige Seiten an sich selber, Bestätigung und Erfolge, eine erhebliche Steigerung ihres Selbstbewusstseins. Jeder kann beitragen.
  • Wir Lehrer konzentrieren uns auf die Erfolgsorientierung/Bestätigung der Schüler und verringern so die Gefahr der Defizitorientierung.