Unser Konzept von erziehendem, förderndem Unterricht

1 Unser Konzept von erziehendem, förderndem Unterricht

Es ist Erziehungs- und Bildungsauftrag der Realschule, den jungen Menschen – auf dem Weg zur Mündigkeit – Hilfen und Anregungen zu bieten. Diese vollziehen sich über den erziehenden Unterricht, in dem personale und soziale Erziehung und fachliche Bildung miteinander verknüpft werden. Unser pädagogisches Engagement und unsere Vorbildwirkung als Lehrerinnen und Lehrer sind die Basis für ein fruchtbares Lernklima in unserer Schule. Die Vermittlung grundlegender Befähigungen bildet den Unterbau für unseren erziehenden und fördernden Unterricht. Dabei werden Vorgaben der Richtlinien konkretisiert im Hinblick auf die Voraussetzungen unserer Schülerschaft sowie im Hinblick auf die spezifischen Gegebenheiten unserer Schule und deren Umfeld.

Eine wichtige Handlungshilfe in unserem erzieherischen Konzept ist das Mitteilungsheft, das jeder SchülerIn beim Eintritt in unsere Schule erhält. Durch ihre Unterschrift bestätigen SuS sowie ihre Eltern die Anerkennung dieses Erziehungsvertrages, der gleichzeitig Bezugsdokument zwischen Schule und Elternhaus ist.

1.1       Entfaltung von Individualität und Aufbau sozialer Verantwortung auch innerhalb unserer Demokratieerziehung

Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich ihrer Neigungen bewusst zu werden und ihre Fähigkeiten und Interessen zu erkennen. Sie sind innerhalb und außerhalb der Schule eingebunden in ein Geflecht sozialer Beziehungen. Sie müssen daher lernen, sozial verantwortlich zu urteilen, zu entscheiden und zu handeln. Das erfordert: Toleranz und Solidarität zu üben, mit anderen zusammenzuarbeiten und für eigene und für gemeinsam erarbeitete Ergebnisse und Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen.

Dies wird an unserer Schule folgendermaßen realisiert:

  • Das Prinzip Partizipation ist  tragendes Element in allen schulischen Handlungsfeldern (Teilnahme am buddY- Projekt / EDUCATION Y)
  • Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an Entscheidungsprozessen in der Klasse (z. B. Klassenämter, Unterrichtsinhalte, Klassenordnung, Klassenfahrten)
  • Schüler tragen selber  Verantwortung für die Umsetzung europäischer Werte im Sinne einer Nachhaltigkeit
  • Sie profitieren von der Teilnahme an allen europäischen Aktionen unserer Schule, nehmen an den Jahresprogrammen als Europaschule teil und engagieren sich in mutigen, aktuellen, politischen Fragestellungen im Rahmen unserer Europatage
  • Alle unserer Schülerinnen und Schüler haben tragende Rollen in der jeweils monatelangen Vorbereitung und in der Durchführung unserer großen Jahresprojekte als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
  • Verantwortung für die soziale Inklusion unserer zugewanderten Schülerinnen und Schüler
  • Gemeinsame Verantwortung für eine gelungene Inklusion
  • Eigenverantwortliches Lernen – der Trainingsraum
  • Prinzip „Klassenrat“
  • Sozialaktionen zu den Elternsprechtagen für unsere Partnerschule Sao Pedro in Bacabal, Brasilien. Schüler verkaufen Grußkarten, bieten Waren in einem Eine Welt Laden an und betreiben ein Café.
  • Schulmitwirkungsgremien
  • Verantwortung für den Klassenraum
  • Verantwortung für die Schule („Botschafter“ unserer Schule sein, Schülerbetriebspraktikum, Sportveranstaltungen u. ä.)
  • Übernahme von Sonderaufgaben für die Gemeinschaft :
    • Schülerinnen und Schüler als Lernhelfer
    • Schulsanitätsdienst
    • Ausbildung und Einsatz von Medienscouts
    • Ausbildung und Einsatz von Sporthelfern
    • Einsatz von Pausenhelfern
    • Patenschaften für Erprobungsstufenschüler
    • Nachhilfeaktionen „Schüler helfen Schülern“
    • Mädchenförderung / Jungenförderung (siehe Teil II Gender Mainstream)
    • Sponsorenlauf aller Klassen für einen guten Zweck ( alle drei Jahre)
    • Schüler als Botschafter ihrer Schule und ihres Landes bei Auslandsaufenthalten in Europa

1.2       Ethisches Urteilen und Handeln

Die Befähigung zu ethischem Urteilen und Handeln soll gefördert werden, wenn junge Menschen Wertorientierungen kennen lernen, verstehen und sich zu eigen machen, die für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft bedeutsam sind. Es geht darum, für eigene grundlegende Wertentscheidungen einzutreten und die Wertentscheidungen anderer zu achten.

Dies wird an unserer Schule folgendermaßen realisiert:

  • Schuleigenes Profil als Europaschule
  • Demokratieerziehung im Rahmen unserer Profilierung als Schule Ohne Rassismus – Schule Mit Courage
  • Fächerübergreifende Auseinandersetzungen mit den an unserer Schule verbindlichen Normen und Werten
  • Förderung des Verständnisses für andere Glaubens- und Kulturgemeinschaften (Religionsunterricht, Unterrichtsgänge, Förderung integrativer Prozesse)
  • Besuch eines Hospizes
  • Aktionen für die Dritte Welt
  • Patenschaft Sao Pedro Brasilien

1.3       Kulturelle Teilhabe

Unsere Schülerinnen und Schüler werden mitgeprägt durch das kulturelle Leben der Gesellschaft, in die sie hineinwachsen und an der sie teilhaben. Diese Gesellschaft wird entscheidend von den Angeboten der Medien geprägt. Deshalb leitet die Schule zu sinnvollem und verantwortungsbewusstem Umgang mit den Medien an, um den Schülern zu ermöglichen, ihre Schule als kulturellen Raum zu erleben, zu nutzen und zu gestalten.

Dies wird an unserer Schule folgendermaßen realisiert:

  • Schulinternes Medienkonzept
  • Interkultureller Austausch im Rahmen des bilingualen Unterrichts und unseres Europaprogramms
  • Begegnungen mit SuS aus anderen europäischen Ländern
  • Nutzung neuer Medien als geeignete europäische Verständigungsplattform
  • Entdeckung der europäischen Gemeinsamkeiten in der Verschiedenheit der landestypischen Kulturen, bes. in Erasmus+ Projekten
  • Teilnahme an Wettbewerben
  • Teilnahme an Sportveranstaltungen
  • Theateraufführungen in und außerhalb der Schule
  • Museumsbesuche
  • Unterrichtsgänge
  • Projekt: Zeitung in der Schule
  • Projekt: Buchwoche
  • Wander- und Studienfahrten, auch ins europäische Ausland

1.4       Verantwortliche Tätigkeit in der Berufs- und Arbeitswelt

Die jungen Menschen setzen sich mit der Bedeutung von Arbeit und Beruf für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft auseinander. Unsere Schule vermittelt Einsichten in die Verflechtung von wirtschaftlichen Entwicklungen und technologischen Innovationen sowie deren Auswirkungen auf Mensch und Welt.

Unser Konzept für die Berufswahlorientierung im Rahmen des Landesprogramms KAoA steht hier im Zentrum unserer Arbeit.

Unsere Schülerinnen und Schüler erweitern ihren beruflichen Horizont auch über die Grenzen von Deutschland hinaus und lernen Europa als möglichen Lebens- und Arbeitsplatz kennen, siehe Auslandspraktikum.

1.5       Mitbestimmung und Mitverantwortung in der Gesellschaft

Mitverantwortung und Mitbestimmung setzen Urteils- und Handlungsfähigkeit voraus. Die Schülerinnen und Schüler sollen gesellschaftliche und politische Entscheidungsprozesse – aber auch deren Grenzen – erkennen. Sie sollen sich aktiv einsetzen gegen Diskriminierung sozialer Gruppen, gegen extremistische Tendenzen und gegen Demokratiefeindlichkeit, Zerstörung der Umwelt und Gefährdung des Friedens.

Die Umsetzung dieser Ziele ist ein durchgehendes Unterrichtsprinzip für alle Fächer.

Folgende Maßnahmen wirken diesbezüglich unterstützend:

  • Demokratieerziehung als durchgängiges, fächerübergreifendes Prinzip.
  • Jährliche Großprojekte als Schule Ohne Rassismus – Schule Mit Courage
  • Alle unserer Aktionen als Europaschule
  • Gedenkstättenfahrten Dachau Klasse 10, Besuche der Steinwache Dortmund, Stadtführungen Waltrop unterm Hakenkreuz
  • Engagement im „Kinder- und Jugendparlament“
  • Vorbereitung unserer SuS auf ihre Rolle als aktive Bürger Europas (vgl. Kapitel II.5)
  • Europacurriculum in allen Fächern
  • Auseinandersetzung mit anderen europäischen schulischen und politischen Systemen, auch in direktem Austausch mit anderen Europäern. ( Europaschule)

1.6      Prinzipien des Unterrichts

Das Lehren und Lernen an der Realschule ist gekennzeichnet von den Prinzipien der Gegenwarts- und Zukunftsorientierung, der Wissenschaftsorientierung, der Erfahrungsorientierung und Handlungsorientierung. Diese Prinzipien ergänzen und stützen sich wechselseitig.

Deshalb wollen wir als Schule vermitteln:

  • Eine hinreichende, fächerübergreifende Sach- und Fachkompetenz mit entsprechenden Grundkenntnissen und Grundfertigkeiten, also das Wissen und Können.
  • Eine grundlegende Human- und Sozialkompetenz, die auch als Lebens- und Arbeitstugenden bezeichnet werden, also Verhaltensweisen und Einstellungen, die den Prozess der Persönlichkeitsbildung im Hinblick auf das Sozial- und Leistungsverhalten unterstützen und fördern.
  • Eine methodisch-organisatorische Kompetenz unter dem Aspekt, die jungen Menschen das Lernen zu lehren. Dazu gehört selbständiges und gleichzeitig kooperatives Planen, Darstellen, Verstehen, Beurteilen.
  • Schlüsselqualifikationen im Sinne der Fähigkeit Leistung zu erbringen, im Sinne von Denken in Zusammenhängen, Übernahme von Verantwortung, Team- und Konfliktfähigkeit, Selbständigkeit.

 

Die Schüler

  • sollen das Lernen lernen,
  • sollen das Zusammenleben lernen,
  • sollen lernen, Lust auf ihre Zukunft zu haben.