Profilklasse: Bilingualer Unterricht

Die Städtische Realschule Waltrop bietet bereits seit 1991 bilingualen Unterricht als Förderung sprachbegabter Schülerinnen und Schüler innerhalb des schuleigenen Rahmenkonzeptes „deutsch-englischer bilingualer Unterricht“ in den Klassen 5 bis 10 an. Dieses Unterrichtsangebot gilt für jeweils eine der Klassen einer Jahrgangsstufe.

Zielsetzung

Als erweiterter Fremdsprachenunterricht strebt der bilinguale Unterricht eine erhöhte Sprachkompetenz an. Als Fachunterricht in der Fremdsprache befähigt er Schülerinnen und Schüler, fachliche Sachverhalte in Lernbereichen wie Erdkunde und Politik in der Fremdsprache zu verstehen, zu verarbeiten und darzustellen.

Die bilingualen Schülerinnen und Schüler sollen sich aufgrund ihrer erweiterten Sprachkompetenz besser für Berufe auf dem europäischen Binnenmarkt qualifizieren und sich in einer globalisierten Welt orientieren können.

Die im bilingualen Unterricht erworbene interkulturelle Kompetenz befähigt die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise, sprachliche und kulturelle Mittler zu sein. In diesem Kontext spielt der europäische Gedanke an unserer Schule eine immer größere Rolle. Die Englandfahrt bilingualer Klassen wird keine Inselstellung mehr haben, sondern ergänzt werden durch europäische Projekte, Schulpartnerschaften und Auslandspraktika.

Die Realschule Waltrop hat sich im Jahr 2010 auf den Weg zur Europaschule gemacht.

Auf dem Weg zur Europaschule

Unsere Kinder wachsen in einem Europa auf, das mehr Mobilität bieten, aber auch fordern wird. Die moderne Wissensgesellschaft erfordert die Entwicklung von Kenntnis und Verständnis der Vielfalt der europäischen Kulturen und Sprachen und von deren Wert bei jungen Menschen.

Der bilinguale Unterricht trägt dazu bei, Verständnis und Interesse an der Vielgestaltigkeit in Europa zu wecken, Mehrsprachigkeit zu fördern, interkulturelle Kompetenz zu stärken, europäisches Engagement zu unterstützen und unsere Schülerinnen und Schüler auf ein Leben im vereinten Europa vorzubereiten (siehe „Auf dem Weg zur Europaschule“).

Strukturelle Charakteristika des bilingualen Unterrichts

In den Klassen 5 und 6 erhalten die Schülerinnen und Schüler der bilingualen Klasse je 2 zusätzliche Wochenstunden Unterricht im Fach Englisch.

In der Klasse 7 erhalten die Schülerinnen und Schüler eine zusätzliche Stunde im Fach Erdkunde, die Anzahl der Englischstunden entspricht ab Klasse 7 der der anderen Klassen.

In der Klasse 8 werden auch im Fach Geschichte Unterrichtseinheiten in der Zielsprache unterrichtet, wobei die Schülerinnen und Schüler im Vergleich eine Stunde Geschichtsunterricht mehr erhalten.

In den Klassen 9 und 10 werden im Rahmen der für die Realschule gültigen Stundentafel weiterhin die Fächer Erdkunde und Geschichte in Englisch unterrichtet.

Bilingualer Unterricht Englisch

Grundsätzlich folgt der Englischunterricht den Vorgaben des Kernlehrplans Englisch, er hebt sich allerdings durch verschiedene Akzentuierungen didaktisch und methodisch ab.

Die beiden zusätzlichen Wochenstunden Englisch in Klasse 5 und 6 dienen der zusätzlichen Förderung der kommunikativen Kompetenzen und führen durch maßvolle Erweiterung sachfachorientierter Sprachkompetenz auf den Sachfachunterricht hin.

Das Lehrbuch dient als Rahmen, in den sich besonders anbietende Themenbereiche an Eckpunkten sowohl sprachkompetenzorientiert als auch sachfachorientiert eingegliedert werden. Der Motivationscharakter des Lehrbuchs nimmt spätestens in Klasse 6 ab. Es findet ein Wechsel statt hin zu freierem Lernen an buchunabhängigen Themen. Die Fachkonferenz sorgt im schuleigenen Lehrplan für didaktische und methodische Freiräume.

Hier greifen Abos von Sprachzeitungen, Lektüren, bilinguale Begleitmaterialien der Verlage, Klassenbibliotheken, Webunits und andere Möglichkeiten des Internets. Die schuleigene bilinguale Bücherei liefert ebenfalls einen umfangreichen Fundus an Materialien.

Unerlässlich ist der frühe Einstieg in projektorientierte Arbeitsformen. Wichtig ist die Produktorientierung als Vor- und Zuarbeit für die Sachfächer und vor allem der frühe Einbezug von Sachtexten.

Im methodischen Bereich kommt kooperativen Lern- und Arbeitsformen ein hoher Stellenwert zu, die Schüler werden früh mit freieren Arbeitsformen vertraut gemacht und in unterrichliche Verantwortung gebracht.

Stärker als in anderen Klassen stehen szenische Darstellung und mitteilungsbezogene Unterrichtsformen im Mittelpunkt, wobei erklärtes Ziel im Bereich „Sprechen“ die Erziehung zu risikoreichem Sprechen ist. Die bilingualen Schüler erreichen einen Grad an Sprachflüssigkeit, der in anderen Klassen kaum möglich ist.

Abschlussprofil

In ihrem Abschlussprofil erreichen unsere bilingualen Schüler im Fach Englisch einen Wissensvorsprung in der sprachlichen Kompetenz, der Methodenkompetenz, der interkulturellen Kompetenz und im Bereich der sprachlichen Mittel.

Unsere bilingualen Klassen sind von weitreichender Leistungshomogenität und meist hoher sozialer Kompetenz gekennzeichnet, was einem allgemein erhöhten Bildungsgrad in allen Fächern den Weg ebnet.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die bilingualen Schülerinnen und Schüler eine persönlichkeitsbildende Ausbildung von erhöhter Qualität erhalten und aus der Förderung der fachlichen, methodischen sowie sozialen Kompetenz und der Selbstkompetenz verstärkt profitieren.

Die Voraussetzungen für den Übergang in weiterführende Bildungsgänge nach Abschluss der Realschule sind gut, mehr als 80% unserer bilingualen Schülerinnen und Schüler gehen in die Bildungsgänge der Sekundarstufe II und in weitere Bildungsgänge der Kollegschulen über.