Unser Konzept für individuelle Förderung

Grundlagen

Individuelle Förderung bedeutet mit Vielfältigkeit umgehen, da jede Schülerin und jeder Schüler anders und einzigartig ist.

Fingerabdruck

 

Das neue Schulgesetz NRW räumt allen Kindern ein Recht auf individuelle Förderung ein. Für uns als Schule heißt dies, dass wir eine Förderkultur aufbauen müssen, die jede einzelne Schülerin/jeden einzelnen Schüler im Blick hat, nicht nur die leistungsschwachen und die besonders begabten, sondern auch die Schülerinnen und Schüler im eher unauffälligen Leistungsmittelfeld.

Ein individuelles Förderkonzept ist nicht allein über Maßnahmen der äußeren und inneren Differenzierung zu erreichen. Uns ist wichtig, Förderung als Teil einer systematischen Schulentwicklung zu verstehen (vgl. Teil 2 / Kapitel V: Entwicklungsziele / Arbeitspläne).

Außerdem bringt die individuelle Förderung veränderte Anforderungen an die Lehrerinnen und Lehrer mit sich und ist damit Teil des schulischen Fortbildungskonzeptes (vgl. Teil 2 /  Kapitel VI: Fortbildungsplanung).

Gleichzeitig verstehen wir individuelle Förderung als einen fortwährenden Entwicklungsprozess, bei dem die Stärkung der vier schulischen Kompetenzbereiche

 

  • fachliche Kompetenz
  • methodische Kompetenz
  • soziale Kompetenz
  • Selbstkompetenz

 

im Vordergrund steht und diese Bereiche sich wechselseitig bedingen und befruchten.

 

Nachfolgend wird deutlich, wie unser schulisches Förderkonzept die Entwicklung dieser Kompetenzen unter einem systematischen Gesamtblick zusammenführt und die Förderungsmöglichkeiten vernetzt.

Tab. 1 Gemeinsame Wege in die individuelle Förderung

Das Konzept der helfenden Hände

Schüler helfen Schülern – ein Erfolgskonzept

Welche Vorteile bietet ein „von Schülern für Schüler“ – Konzept?

  • Wir trauen den Schülerinnen und Schülern etwas zu, sie erfahren Wertschätzung.
  • Schülerinnen und Schüler trauen sich selbst mehr zu. Auf diese Weise stärken sie ihr Selbstbewusstsein.
  • Lernhelfer können Erwartungen von Schülern erfüllen, welche der Lehrer aufgrund der Rollenwidersprüche oft nicht erfüllen kann.
  • Durch die Kooperation zwischen unseren Schülern verschiedener Altersgruppen wird eine positive Wirkung auf Konflikte zwischen den Schülergruppen ausgeübt. Es entstehen neue Gruppenbeziehungen. Dies führt zur Verbesserung unserer schulischen Sozialisation, die ein Transportmittel für Werte und Normen ist.
  • Die Lernhelfer werden auf ihre künftigen Erwachsenenrollen vorbereitet. (z. Bsp.: Pädagogisches Handeln, Teamarbeit etc.)
  • Die Lernhelfer lernen als Schüler die Lehrerkompetenzen und können diese selbst kreativ gestalten. Dadurch werden Einstellungen und Vorurteile von Schülern und Lehrern positiv verändert.
  • Durch ein Interaktionsnetz zwischen Schülern werden zentrale Ziele sozialen Lernens für viele unserer Schüler erreichbar. (Keine Angst, Gegenseitige Hilfe, Selbstständigkeit, Einschätzung der eigenen Fähigkeiten)

Lernhelfer lernen:

  • zuzuhören,
  • andere Schüler zu beraten,
  • Verantwortung zu übernehmen,
  • Autorität auszuüben,
  • Unterrichtsstunden mit zu organisieren,
  • Unterrichtsmaterial herzustellen und zu ordnen,
  • auf Fragen und Aufforderungen unterrichtszentriert zu reagieren,
  • mit anderen Schülern leistungsbezogen zu interagieren.

Jüngere Schüler lernen,

  • dass sie lernen
  • dass ein anderer Schüler sich intensiv um sie kümmert und sich für sie einsetzt,
  • dass ein Schüler sie belohnt und positiv interagiert,
  • ältere Schüler als Modell für verantwortungsvolles, leistungsbezogenes Handeln anzuerkennen,
  • zuzuhören,
  • auf Fragen zu antworten,
  • immer auf eigene Fragen Antwort zu erhalten,
  • selbst Fragen zu stellen.

Schüler helfen Schülern

Das Prinzip der helfenden Hände

1.1.2    Berufswahl-Buddies

Das projektorientierte Angebot „Berufswahl-Buddies“ soll Schülerinnen und Schüler befähigen, ratsuchende Mitschülerinnen und Mitschüler in Jahrgang 8 und 9 hinsichtlich ihrer mit der Berufswahl zusammenhängenden Entscheidungen zu unterstützen. Dies betrifft sowohl die Berufsfelderkundungen als auch das zu absolvierende Praktikum. Dabei geben die Buddies die Erfahrungen, die sie mit den einzelnen KAoA-Elmenten (Kein Abschluss ohne Anschluss) gesammelt haben, an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weiter. Dies geschieht vornehmlich zu vorher vereinbarten Beratungsterminen im Berufsorientierungsbüro (BOB). In den jeweiligen Sprechstunden wird zum einen das Expertenwissen der Berufswahl-Buddies abgefragt und vertieft. Zum anderen profitieren die Ratsuchenden vom Wissensvorsprung ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und erweitern somit ihre eigene Berufswahlkompetenz. Darüber hinaus geben die Berufswahl-Buddies ihre selbstreflexiven Eindrücke u.a. bei Elternabenden, Projekten und Ausstellungen weiter. Somit stehen sie als „Fachleute“ ihrer Lebens-/Berufswelt für andere zur Verfügung und bauen gleichzeitig ihre eigenen Kompetenzen im Sinne des individualisierten Lernens aus.

Betreuung:              Claudia Polzin

1.1.3    Patenschaften in der Erprobungsstufe

Einen wichtigen Baustein innerhalb unseres sozialen Netzwerks bilden die Klassenpaten.

Für die Organisation der Patenschaften ist die SV zuständig (vgl. Kapitel IV 2.1. Mitwirkungsgremien). Schülerinnen und Schüler der Kl. 9 übernehmen jeweils die Patenschaften für die neuen 5er Klassen und begleiten sie bis zum Ende der Erprobungsstufe.

Die Klassenpaten sollen dadurch lernen

  • Verantwortung für jüngere Schülerinnen und Schüler zu übernehmen
  • „Hilfestellung“ bei der Eingliederung in die neue Schule zu leisten
  • Vertrauen zu vermitteln
  • Unternehmungen zu planen und zu organisieren
  • Autorität auszuüben

Die „Erprobungsschülerinnen und Erprobungsschüler“ sollen lernen

  • dass ältere Schülerinnen und Schüler Hilfe und Unterstützung bieten
  • Vertrauen zu haben und um Hilfe zu bitten
  • in der neuen Gemeinschaft Freude und Spaß zu erleben
  • respektvoll miteinander umzugehen

Beide Schülergruppen üben sich somit in den Kernbereichen unserer Werteorientierung. ( vgl. Kapitel I.1 Werteorientierung)

1.1.4    Die Medienscouts (Peer-to-Peer-Projekt)

Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat 2012 das Projekt „Medienscouts NRW“ erstmals NRW-weit und mit Unterstützung der Kreise und kreisfreien Städte durchgeführt. An einer dieser Qualifizierungsmaßnahmen haben im Schuljahr 13/14 zum ersten Mal acht unserer Schülerinnen und Schüler teilgenommen. Im Rahmen des Pädagogischen Forums in Waltrop erhielten im Schuljahr 14/15 acht weitere  Schülerinnen und Schüler, die Möglichkeit, in vier Workshops die Qualifizierung als Medienscouts zu erwerben.

  1. Grundgedanke

Innerhalb unseres Konzepts der „Helfenden Hände“ – Schülerinnen und Schüler in Verantwortung übernehmen die Medienscouts den Part der Beratung bei medienbezogenen Fragen und Problemen, v.a. im Bereich der Jahrgangsstufe 5/6.  Mediennutzung ist für Kinder ganz selbstverständlich,  verläuft aber leider nicht immer konfliktfrei v.a. im Umgang mit sozialen Netzwerken und Internet &Co. Der Ansatz der „Peer-Education“ ist hierbei besonders hilfreich: Kinder und Jugendliche lernen lieber von Gleichaltrigen. Dieses Vorgehen ist vor allem darin begründet, dass Heranwachsende Gleichaltrige als wichtigste Gesprächspartner ansehen. Diese wiederum können aufgrund eines ähnlichen Mediennutzungsverhaltens zielgruppenadäquat aufklären.

  1. Aufgaben

Nach Vorstellungsrunden übernehmen unsere Medienscouts  z. B. “Sprechstunden“ in den großen Pausen, führen Beratungsgespräche durch, entwickeln in Unterrichtsstunden mit den Klassen WhatsApp – Regeln oder geben Snapchat-Tipps.

Betreuung:              Frau Vera Brockstedt

1.1.5    Der Schulsanitätsdienst

Ein guter Schulsanitätsdienst gewährleistet für jede Schule eine gute Grundversorgung der Ersten Hilfe.

Seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es an unserer Schule einen Schulsanitätsdienst, welcher von Schülerinnen und Schülern eigenverantwortlich durchgeführt wird. Wir kooperieren dabei mit dem Deutschen Roten Kreuz.

  1. Aufgaben und Organisation

Die Schülerinnen und Schüler leisten in den Pausen oder bei Veranstaltungen Erste Hilfe. Dafür steht ein extra eingerichteter Erste-Hilfe-Raum mit Liege und dem benötigten Erste-Hilfe-Material zur Verfügung. Ob es sich um eine Schürfwunde, Bauchschmerzen oder Nasenbluten handelt – die Ersthelfer können sachgerecht helfen. Dazu haben die Schülerinnen und Schüler zunächst ein Schulhalbjahr lang eine Ausbildung in Erster Hilfe in Form einer AG absolviert. Auch nach dem Abschluss der Grundausbildung bilden sie sich kontinuierlich weiter und treffen sich alle zwei Wochen, um ihre Kenntnisse zu erweitern und Erste-Hilfe-Situationen zu üben.

Damit diese Erste Hilfe möglich ist, haben Schulsanitätsdienst -Teams während der Schulzeit Einsatzbereitschaft. Je nach Absprache werden sie entsprechend dem Dienstplan alarmiert und leisten dann am Ort des Geschehens oder im Sani – Raum Erste Hilfe.

Zurzeit haben wir neun Schulsanitäterinnen aus der neunten Klasse. Sechs weitere Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 8 haben ihre Ersthelfer-Ausbildung abgeschlossen und werden den Schulsanitätsdienst demnächst verstärken. Für die Zukunft ist geplant, dass jährlich jeweils in der Jahrgangsstufe 8neue Ersthelfer ausgebildet werden, sodass die Nachhaltigkeit des Projekts „Schulsanitätsdienst“ gesichert ist.

  1. Grundanliegen

Die Schulsanitäter haben sich dazu bereit erklärt, im Umfeld Schule anderen Mitschülerinnen und Mitschülern oder den Lehrkräften in kleineren oder größeren Notsituationen sichere und schnelle Erste Hilfe zu leisten. Mit dem Engagement im Bereich „Erste Hilfe / Schulsanitätsdienst“ entwickeln Schülerinnen und Schüler ein großes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Der Einsatz im Schulsanitätsdienst ist dabei immer Teamarbeit; die Schülerinnen und Schüler lernen, sich mit anderen abzustimmen, sich gegenseitig zu ergänzen und zu unterstützen. Schülerinnen und Schüler stärken im Schulsanitätsdienst ihre eigenen sozialen Kompetenzen und ihre Führungsverantwortung.

  1. Aufgaben

Erste Hilfeleistungen in der Schule

  • Notfallsituationen erkennen und einschätzen
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen anwenden und Verletzte betreuen
  • bei Bedarf lebensrettende Sofortmaßnahmen leisten und den Rettungsdienst alarmieren

Betreuung

  • die Erkrankten / Verletzten an den Rettungsdienst bzw. den Arzt übergeben
  • den Einsatz dokumentieren

Bereitschaftsdienste während der Schulzeit

Einsatz / Betreuung bei Schul- und Sonderveranstaltungen

  •   Schulfest
  • Wandertag
  • Sportveranstaltungen u. v. m.

Kontrolle der Erste-Hilfe-Einrichtungen in der Schule

  • Betreuung des Sanitätsraumes
  • Verwaltung des Sanitätsmaterials der Schule

Betreuung:                         Frau Claudia Crede

1.1.6    Pausenhelfer

In Schuljahr 2010/11 war der Wunsch der Schülerinnen und Schüler der Klasse 9, sich als Klassenpaten in unserem sozialen Netzwerk („Helfende Hände“) zu engagieren so groß, dass wir (die SV) nicht alle einbinden konnten. So wurde der Gedanke von „Pausenhelfern“ geboren. Diese Helfer sollen die aufsichtführenden Lehrerinnen und Lehrer unterstützen und Ansprechpartner vor allem für die jüngeren Schülerinnen und Schüler mit all ihren kleinen Sorgen und Nöten sein. Seit 2017 gehört die Organisation und Betreuung der der SV – Garage im Rahmen der bewegten Pause ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Bei dieser Tätigkeit lernen die Schülerinnen und Schüler

  • Selbstvertrauen zu entwickeln
  • Verantwortung zu übernehmen
  • Autorität auszuüben
  • Konfliktsituationen zu erkennen, zu bewältigen (gegebenenfalls mit Unterstützung durch aufsichtführende Lehrer)
  • das „Pausenklima“ zu verbessern

Die Schülerinnen und Schüler der Kl 5/6 erfahren, dass

  • ältere Schülerinnen und Schüler sich um sie kümmern
  • diese Schülerinnen und Schüler jederzeit ansprechbar sind, zusätzlich zu den Lehrern
  • ihnen bei Problemen und Fragen geholfen wird

Bei den Pausenhelfern handelt es sich um Schülerinnen und Schüler der Jahrgangstufe 9, die sich vor allem im Spielbereich der jüngeren Schülerinnen und Schüler und/oder im Eingangsbereich der Wichernschule in den zwei großen Pausen aufhalten. In einer Einübungsphase werden sie von den SV-Lehrern begleitet. Die Teams bestehen aus 2 bis 4 Schülerinnen und Schüler, die an ihren Namensschildern für alle Schülerinnen und Schüler leicht erkennbar sind. Jedes Team ist für einen Tag in der Woche zuständig.

Betreuung:              Frau Simone Kräher und Herr Muamer Mesanovic

1.1.7    Sporthelfer in der SRW

Grundgedanke der Sporthelfer

Viele Schülerinnen und Schüler haben zu wenig Bewegung. Sie sitzen den größten Teil des Vormittags auf ihren Stühlen in der Klasse, sitzen anschließend bei ihren Hausaufgaben und danach vor dem Computer oder Fernseher. Nicht jeder Schülerinnen und Schüler möchte Sport in einem Verein betreiben. Daher bietet die SRW die Möglichkeit, an einer durch ältere Schülerinnen und Schüler geleiteten dritten Pause oder an einem sportlichen Nachmittagsangebot teilzunehmen.

Jeder ist dabei willkommen, sowohl die sportlichen, als auch diejenigen Schülerinnen und Schülern, die mit Sport ansonsten weniger anfangen können. In diesen Sportangeboten gibt es keine Zensuren, keinen Leistungsvergleich, sondern nur Spaß miteinander beim Sport.

Die Sporthelfer

Bei den Sporthelfern handelt es sich um engagierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10, die eine 6-monatige schulinterne Ausbildung absolviert haben.

Ausbildung

Die Ausbildung erstreckt sich über 6 Monate. Hierin enthalten sind wöchentliche Treffen zu praktischen und theoretischen Themen, ein Wochenende in einer Sportschule und ein Kurs zur Erlangung des 1.-Hilfe-Scheins.

Adressaten

Teilnehmen an den Sportangeboten kann jede Schülerinnen und jeder Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6. Die Teilnahme ist freiwillig und nicht wie in einem Verein bindend. Jedoch sorgt eine regelmäßige Teilnahme selbstverständlich für ein besseres Miteinander und eine Stärkung der Gemeinschaft.

Inhalte der Angebote

Die Sporthelfer richten sich in ihrem Angebot vorwiegend nach den Wünschen der Teilnehmer. Ihre breit angelegte Ausbildung sorgt dafür, dass sie aus sehr vielen sportlichen Bereichen etwas anbieten können.

Folgende Auflistung soll nur als Beispiel dienen und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Kleine Spiele (Fangspiele, Laufspiele)
  • Ballspiele jeder Art
  • Turnen
  • Frisbee
  • Tanzen
  • Spielerisches Training zur Verbesserung von Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit

Organisation

Die Angebote beginnen ab der zweiten Schulwoche. Sie finden in der dritten Pause bzw. in der 7. und 8. Stunde statt. 

Betreuung

Die Betreuung findet durch Herrn Muamer Mesanovic statt. Er bildet die Sporthelfer während der sechs Monate aus und steht ihnen ebenso während ihrer Tätigkeit beratend zur Seite.

1.1.8    Klassenrat

Der Klassenrat  ist der Ort, an dem Konflikte in Zusammenarbeit aller Beteiligten gelöst werden können. Schülerinnen und Schüler erfahren hier Hilfe in Situationen, in denen man als einzelner nicht weiterkommt. Gemeinschaftlich lernen Schülerinnen und Schüler sich über Fragen des Schullebens zu einigen und ihren Schulalltag verantwortlich mitzugestalten, mit dem Ziel Selbstwirksamkeit zu erfahren. Auf diese Weise werden wichtigen   Kernkompetenzen wie Problemlösen, Konfliktfähigkeit,  konstruktives Kommunizieren, Partizipation am Schulleben,  Leiten von Diskussionen, Präsentieren und Protokollieren von Ergebnissen vermittelt.

Durch Akzeptanz der einzelnen Anliegen und Anliegen Einzelner, Respekt vor einander, Beherrschen von Gesprächs- und Prozessregeln sowie demokratisches Handeln wird das Klassen- und Lernklima aber auch die Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflusst. Das gelingt allerdings nur, wenn der Klassenrat nicht als „irgendein Klassengespräch“, sondern als anspruchsvolle Einrichtung verstanden wird, bei dem strukturelle Elemente wie Regelmäßigkeit, feste Terminierung, ritualisierter Ablauf, Spielregeln und der partizipative Ansatz ernst genommen und eingehalten werden.

Regeln für den Klassenrat

  • Die Schülerinnen und Schüler n und der Lehrer sitzen im Stuhlkreis, damit jeder jeden sehen kann.
  • Keiner nimmt einen Gegenstand mit.
  • Der Lehrer ist Mitglied des Klassenrats mit gleichen Rechten und Pflichten. (Ausnahme: Er achtet mit dem GesprächsleiterIn auf die Einhaltung der Klassenrat-Regeln und greift ein, falls die Klasse sehr unruhig wird.)
  • Im Klassenratsbuch werden Lösungsvorschläge und Beschlüsse festgehalten.
  • Die Tagesordnungspunkte werden auf einer Liste gesammelt. Sie hängt im Klassenzimmer. Alle Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer haben das Recht, einen Punkt auf die Liste zu setzen.
  • Es gibt drei Ämter, die von wechselnden Freiwilligen besetzt werden:
  • Gesprächsleiterin/ Gesprächsleiter der dafür sorgt, dass der Ablauf des Klassenrats eingehalten wird
  • Protokollantin/ Protokollant der die Lösungsvorschläge und Beschlüsse aufschreibt
  • Zeitwächterin/ Zeitwächter

Ablauf des Klassenrats

  • Der Gesprächsleiter eröffnet den Klassenrat:
  • „Hiermit eröffne ich den heutigen Klassenrat.“
  • „Wir beginnen mit der Anerkennungsrunde.“
  • „Was habt ihr in eurer Klasse beobachtet, was euch gut gefallen hat?“ (Rechts vom Vorsitz beginnend kann jede Schülerin / jeder Schüler jemandem aus der Klasse etwas Positives mitteilen. Wer nichts sagen möchte, wendet sich seinem rechten Nachbarn zu und sagt: „Ich gebe weiter“.
  • Der Gesprächsleiter liest den ersten Punkt auf der Themenliste vor.
  • Der Gesprächsleiter bittet dann den Schülerinnen und Schülern der den Punkt auf die Themenliste gesetzt hat, den Inhalt zu erläutern:
  • „Erkläre, was du damit meinst!“
  • „Wer hat sonst noch etwas dazu zu sagen?“
  • Sobald klar ist um was es geht, werden der Reihe nach Lösungsvorschläge gesammelt.
  • „Wir sammeln jetzt Lösungsvorschläge.“
  • Jeder Lösungsvorschlag wird in das Protokoll aufgenommen.
  • Ergibt die erste Runde nicht genügend Lösungsideen, ruft der Vorsitzende zu einer zweiten Lösungsrunde auf.
  • Nachdem die Klasse Lösungsvorschläge gesammelt hat, werden sie vom Gesprächsleiter vorgelesen und dann zur Abstimmung gebracht.
  • „Wir kommen jetzt zur Abstimmung.“
  • „Wer ist für Lösungsvorschlag 1?“ (usw.)
  • Das Abstimmungsergebnis wird hinter jedem Lösungsvorschlag notiert.
  • Der Lösungsvorschlag mit den meisten Stimmen wird bis zum nächsten Klassenrat umgesetzt.
  • Sind einzelne Personen benannt, die z.B. bei einer Wiedergutmachung eine Aufgabe erhalten, werden sie vom Gesprächsleiter gefragt:
  • Nimmst du den Vorschlag an? Wann fuhrst du ihn durch?
  • Lehnen diese den Vorschlag ab, wird der mit der nächst niedrigeren Stimmenzahl gewählt. Falls auch der abgelehnt wird, gibt es keine weitere Abstimmung und das Thema wird als erstes beim nächsten Klassenrat neu verhandelt.
  • Der Protokollant notiert die gefundene Lösung.
  • Zu Beginn des nächsten Klassenrats wird überprüft, ob sich mit Hilfe des Lösungsvorschlags das Thema erledigt hat.
  • Ist dies nicht der Fall, wird das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Können an einem Klassenrat nicht alle Tagesordnungspunkte behandelt werden, werden die restlichen Punkte als erste beim nächsten Klassenrat auf die Liste gesetzt.
  • Der Gesprächsleiter beendet den Klassenrat.
  • „Ich beende den Klassenrat. Wir haben folgende Beschlüsse gefasst.“

1.1.9    Die Schülerfirma

Wir, die Schülerfirma „Hin & Weg Schülerreisen“, planen und organisieren die Klassenfahrten an unserer Schule. Von Wandertagen über mehrtägige Klassenfahrten bis hin zu Fahrten und Flügen im Rahmen der Europaschule übernehmen wir die gesamten Reise-Organisationen: Wir buchen Busse und Flüge, melden Gruppen an (Gruppenreservierungen), bestellen Tickets, begleichen Jugendherbergsrechnungen, planen Fahrten mit dem ÖPNV und haben kreative Vorschläge für Klassen, die noch nicht wissen, wo es hingehen soll.

Auch das Einsammeln der Fahrtkosten von den Schülerinnen und Schülern übernehmen wir: Wir nennen das „Cash-Service“, den wir unseren Lehrern anbieten.

Das heißt, die einzelnen Schülerinnen und Schüler überweisen das Geld direkt an uns.

Unser Team besteht aus Schülerinnen und Schüler der Klassen 9+10 und wir haben verschiedene Abteilung: Geschäftsleitung, Personalabteilung, Marketing, IT und Buchhaltung. Jede Abteilung erledigt verschiedene Aufgaben.

Unser Kooperationspartner „Schule – Betrieb“ (IHK) ist der Reiseveranstalter ZiK-Gruppenreisen aus Datteln, die uns mit Rat, Tat und Schulungen zur Seite stehen.

Diese und weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Website. Klicken Sie uns an, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Malte Klems (Geschäftsleitung)

Maurice Bleistein (Marketingabteilung)

Michelle Blaszyk (Buchhaltung)

Betreuung:              Achim Nieleck