Konfliktmanagement / Gewaltprävention

Konfliktmanagement / Gewaltprävention

Zielsetzungen

Unsere pädagogische Grundorientierung definiert klare Erwartungen an die Schülerinnen und Schüler und auch an die Eltern. Auszüge aus dieser Orientierung tragen die Schülerinnen und Schüler täglich in Form des  Mitteilungsheftes und der darin enthaltenen Hausordnung bei sich.

Bei Nichteinhaltung gebotener Regeln durch Schülerinnen und Schüler entstehen im Schulalltag immer wieder Konflikte, die Reaktionen und Maßnahmen seitens der Lehrerinnen und Lehrer erfordern. Die Frage, auf welche Weise eine Lehrerin / ein Lehrer auf eine Schülerin / einen Schüler erzieherisch einwirken kann und wie entstehende und entstandene Konflikte anzugehen sind, ist regelmäßig Gegenstand von Lehrerkonferenzen und Sitzungen der Schulpflegschaft, des Schülerrates und der Schulkonferenz. Hier wurde ein Konzept  entwickelt, das seitens der Klassenlehrer mit den Schülerinnen und Schülern besprochen und ihnen immer wieder erläutert wird.

Es ist ein gelebtes Konzept, das ständiger Begleiter unseres Schulalltags ist und die Voraussetzung für ein gutes und gewaltfreies Schulklima.

Die Stärkung sozialer Kompetenzen ist ein Grundanliegen (siehe Kapitel I .1), das unsere Schülerinnen und Schüler lehrt, verantwortliche Rollen für sich selbst und die Gemeinschaft zu übernehmen. Übergeordnet ergibt sich daraus unsere erzieherische Aufgabe, junge Menschen auf ihr Leben in der Gesellschaft vorzubereiten.

 Pädagogische Initiativen zur Konfliktbewältigung und Gewaltprävention

Wir wollen unsere Schülerinnen und Schüler befähigen, auf Gewalt – sei sie verbaler, physischer oder psychischer Natur – als Mittel zur Lösung von Konflikten zu verzichten und Konflikte konstruktiv zu bewältigen (siehe Kap. I.1). Hierzu sind viele kleine Schritte nötig. Die Entwicklung von Strategien zum Umgang mit Konflikten ist ein langwieriger Prozess, der Anstrengungsbereitschaft aller Beteiligten voraussetzt.

Die INTERVENTION beinhaltet  das kurzfristige Eingreifen von Lehrern und Schulleitung,  um akute Fälle von Gewalteinwirkung zu verhindern oder zu unterbrechen. Hier wird in Konflikt- oder Krisensituationen immer wieder die Lehrerin / der Lehrer gefordert sein, die alleine oder in Zusammenarbeit mit der Schulleitung schlichtende Lösungsmöglichkeiten sucht und Beratungsgespräche führt. Intervention alleine löst in der Regel kaum Konflikte, es muss hier um tiefer liegende Motiverhellung und Bewältigung von Konflikten mit pädagogischen  Initiativen gehen. Die Schulleitung unserer Schule sieht stete intensive Beratungen von Schülern und Eltern als einen ihrer primären Aufgabenbereiche.

Daneben wird es auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil unserer erzieherischern Arbeit sein, vor allem durch Weiterentwicklung von Maßnahmen der allgemeinen PRÄVENTION Strukturen zu schaffen, die langfristig Gewalt vorbeugend wirken.

 

Wir arbeiten hier mit und an folgenden Maßnahmen:

  • Eine Schwerpunktkonferenz aller Lehrer pro Jahr zum Thema „Gewaltprävention“ in Zusammenarbeit mit dem Kommissariat Vorbeugung in Recklinghausen.
  • Drei Beratungslehrerinnen als Konfliktfeuerwehr im interventiven und präventiven Handlungsspektrum.
  • Lehrerfortbildungen, z. B. zum Umgang mit schwierigen Schülern, um uns zu befähigen, Konflikte früher zu erkennen, gezielter und effektiver reagieren zu können.
  • Prinzip „Klassenrat“, eine paritätische Form des effektiven Sozialtrainings, das die Schüler in eine Problemlösung mit einbezieht; ein Modell zur Einübung einer gemeinsamen Rede- und Streitkultur.
  • Bearbeitung unterrichtlicher Konflikte (Störung der Unterrichtsarbeit) durch den  Trainingsraum (ein Modell zur Konfliktvermeidung im Unterricht, das auf der Maxime des gegenseitigen Respekts beruht – seit 2001). Siehe Kapitel I.6 Eigenverantwortliches Lernen – Der Trainingsraum.
  • Schuleigenes Anti – Mobbing – Konzeptes, das gezielte Maßnahmen zur Intervention und Prävention auf Schüler- , Lehrer- und Elternebene sowie gesamtschulischer Ebene beinhaltet. Siehe Kapitel 5 “Das Anti – Mobbing – Konzept – gezielte Maßnahmen zur Intervention und Prävention“.
  • Medienerziehung: Erziehung zum kritischen Umgang mit elektronischen Medien.
  • Unterrichtliche Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt in allen Fächern, dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen.
  • Jungenprogramm zur Gewaltprävention in Klasse 7 ( Kurs mit zwei Wochenstunden für ca. acht Wochen pro Klasse unter der Leitung zweier Lehrer).
  • Mädchenprogramm zur Selbstbehauptung und Gewaltprävention in Klasse 8 – (Kurs mit zwei Wochenstunden für ca. 8 Wochen pro Klasse unter der Leitung zweier Lehrer).
  • Theaterstücke bislang zu den Themen Mobbing,  rechte Gewalt, Rassismus.
  • Entwicklung eines positiven Sozialklimas durch die erzieherische Arbeit der Lehrer.
  • Förderung von Zivilcourage seitens der Schüler und Lehrer. Siehe Kapitel I Wertorientierung.
  • Einhaltung klarer Regeln und das Setzen von Grenzen, sowohl durch individuelle Regeln in den Klassengemeinschaften als auch übergreifend in der Schulgemeinschaft, z. B. durch die Hausordnung.  Siehe Kapitel I.3 Hausordnung der Städtischen Realschule Waltrop.
  • Kooperation mit örtlichen Einrichtungen wie, Jugendamt, Schulpsychologie, Jugendhilfe.