Gender Mainstream

Was ist Gender Mainstream?

Alle EU-Länder haben sich 1999 auf Gender Mainstream als Leitlinie für alle gesellschaftlichen Bereiche geeinigt.

Gender“ kommt aus dem Englischen und bezeichnet das „soziale Geschlecht“. Damit sind die sozial und kulturell geprägten Rollen von Frau und Mann gemeint, mit denen geschlechtsspezifische Chancen und Benachteiligungen verbunden sind.
Diese Geschlechtsrollen sind – anders als das biologische Geschlecht – erlernt und somit veränderbar.

Mainstream“ bedeutet, dass eine bestimmte Sichtweise zur Leitlinie wird, die die Entscheidungen und das Handeln prägt.

Gender Mainstream“ heißt demnach, dass die Gleichstellung von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen zur Leitlinie des Planens und Handelns wird.

Die Chancengleichheit von Mädchen und Jungen zu wahren, sie mit ihren individuellen Begabungen und Lernvoraussetzungen und unabhängig von tradierten Rollenerwartungen und Einschränkungen zu fördern ist ein wichtiger Aspekt schulischer Arbeit.

Die Umsetzung von Gender Mainstream in unserer Schule

Mädchen stärken / Jungen stärken

Für die Mädchen der Jahrgangsstufe 8 findet in jedem Jahr ein Selbstbehauptungstraining statt. Parallel wird hierzu für die Jungen der 7. Jahrgangsstufe ein Antiaggressionstraining angeboten. Beide Kurse vermitteln soziale Kompetenzen zur Prävention von Gewalt und stärken das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler.

Klassenbildung

Bei der Klassenbildung wird auf einen möglichst ausgeglichenen Anteil von Jungen und Mädchen geachtet, um eine Benachteiligung von Mädchen als Gruppenminderheit zu vermeiden. Weiterhin wird bei der Sitzordnung darauf Rücksicht genommen, Mädchen nicht als „soziale Puffer“ zu missbrauchen, um eventuelle Verhaltensauffälligkeiten der Jungen auszugleichen. Zur Vertretung der Schülerinteressen werden Klassensprecherteams gebildet, die aus jeweils einer Schülerin und einem Schüler bestehen.

Unterrichtsgestaltung

Ein breites Methodenspektrum hilft, den individuellen Ansprüchen von Schülerinnen und Schülern im Unterricht mehr Raum zu geben. Offene Arbeitsformen kommen sowohl Mädchen als auch Jungen entgegen.

Aufbrechen der geschlechtstypischen Fächerwahl

Die Städtische Realschule versucht Mädchen in naturwissenschaftlich- technischen Fächern zu stärken, indem sie beispielsweise das Wahlfach „Technik für Mädchen“ nach Bedarf anbietet.

Berufs- und Lebensplanung

Um die Schülerinnen zu ermutigen, ihre Berufs- und Lebensplanung unabhängig von traditionellen Rollenerwartungen zu gestalten, unterstützt die Schule den Girls‘ Day. Hierdurch erhalten die Mädchen für einen Tag Einblick in „männerspezifische Berufszweige“.

Teilzeitarbeit für Lehrerinnen und Lehrer

Die Städtische Realschule ermöglicht die Teilzeitarbeit für alle Lehrerinnen und Lehrer und erleichtert auf diese Weise die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Siehe Teilzeitpapier.