Die Erprobungsstufe

Mit dem Übergang von der Grundschule zur Realschule ergeben sich für die 10 – 11 jährigen Kinder erhebliche Veränderungen.

Von einer vertrauten Situation Abschied zu nehmen und an anderer Stelle zu beginnen, ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler, aber auch für ihre Eltern und die „abgebenden“ und „aufnehmenden“ Lehrerinnen und Lehrer mit vielen Veränderungen, Unsicherheiten und Herausforderungen verbunden. Hier ist es wichtig, Brücken zu schlagen, den Übergang zu gestalten, enge Kontakte mit den abgebenden Grundschulen zu pflegen und die Kinder behutsam an die Arbeitsweise der Realschule heranzuführen.

Im Unterricht wird zunächst an Arbeitsweisen und Arbeitsergebnisse der Grundschule angeknüpft und dann zunehmend an die speziellen Ansätze der Realschule herangeführt. Die Klassen 5 und 6 stellen als Erprobungsstufe eine pädagogische Einheit dar. Dies bedeutet, dass die Kinder nach der Klasse 5 nicht sitzenbleiben können und ohne Versetzung in Klasse 6 übergehen. Die endgültige Entscheidung, ob ein Kind auf der Realschule bleibt, fällt in der Regel nach der Klasse 6.

Willkommen an der SRW

Bild: Willkommen an der SRW

Bausteine der Erprobungsstufenarbeit an der Städtischen Realschule Waltrop

Die Mindmap der Erprobungsstufe verschafft einen Überblick.

Bild: Die Mindmap der Erprobungsstufe verschafft einen Überblick.

Tag der offenen Tür

Seit vielen Jahren öffnet die Realschule ihre Türen für die vierten Grundschulklassen, jeweils an einem Freitag im Januar haben die SchülerInnen der vierten Klassen von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr Gelegenheit, sich zusammen mit ihren Eltern die Schule anzusehen.

Nach einer Einführung durch die Schulleitung werden die Kinder und Eltern in Kleingruppen eingeteilt, eine Lehrerin / ein Lehrer begleitet die Gruppe dann sach- und fachkundig durch die Schule.

Die Schulleitung bietet  einen Beratungspool an,  auch am bilingualen Unterricht interessierte SchülerInnen erhalten in einer speziellen Informationsveranstaltung umfassende Konzepterläuterungen.

Bereits in Klasse 4 lernen alle Grundschulklassen unserer Schule bei einem Schnupperbesuch sowie einem Hospitations- und Mitmachprogramm zum Thema Europa kennen.

Anmeldung und Klassenbildung

Das Beratungskonzept unserer Schule greift auch bei der Anmeldung der neuen Schülerinnen und Schüler. Die Schulleitung führt ein Kennenlern- und Beratungsgespräch mit den anmeldenden Eltern und ihren Kindern und berät diese auf der Grundlage der vorliegenden Grundschulempfehlungen.

In der Regel wird eine der Parallelklassen als inklusive Klasse geführt.

Klassenpaten

Traditionsgemäß betreuen Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 9 oder 10 die Schulneulinge als Klassenpaten. So kann von Beginn an ein Kontakt zwischen Jüngeren und Älteren hergestellt werden. Die Paten halten während der Erprobungsstufe regelmäßig Kontakt zur jeweiligen Klasse und stehen den Schülern/Schülerinnen besonders in der Eingewöhnungsphase mit Rat und Tat zur Seite. Sie organisieren nachmittägliche Aktivitäten und Klassenfeten und unterstützen den Klassenlehrer/die Klassenlehrerin.

Die erste Schulwoche

In der ersten Schulwoche werden die Schülerinnen und Schüler behutsam, aber komprimiert, in die neue Unterrichtssituation eingeführt. Wir gestalten diese erste Woche in Form einer projektierten Einführungswoche. Hier führt die KL die Kinder systematisch in die schulspezifischen Gegebenheiten und schulischen Regeln ein. Die Kinder werden außerdem intensiv mit unserem Programm zum Methodenlernen vertraut gemacht. In der ersten Schulwoche findet zur Förderung der Klassengemeinschaft ein Wandertag für alle neuen SchülerInnen statt. (Siehe unten: Plan der ersten Schulwoche.)

 

Klassenfahrt

In der Klasse 5 findet im zweiten Halbjahr eine dreitägige Klassenfahrt statt. In der Regel zwei Wochen nach den Osterferien.

Kontakte mit den Grundschulen

Der Erfahrungsaustausch mit den Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern ist ein kontinuierlicher Prozess.

Es besteht ein ständiger Informationsfluss zwischen abgebender und aufnehmender Schule. Als „buddY – Schule“ der EDUCATION Y Organisation arbeiten wir mit allen Grundschulen Waltrops zusammen, um den Übergang in die weiterführende Schule zu erleichtern. Partizipation der SchülerInnen ist unser Credo. Dies schließt einen Schnupperbesuch sowie ein Mitmachprogramm zum Thema „Europa“ für alle Grundschulklassen 4 ein.

Die GrundschullehrerInnen werden zu den Erprobungsstufenkonferenzen eingeladen. Ebenfalls findet ein LehrerInnensprechtag für alle KollegInnen der Grundschulen und den weiterführenden Schulen statt.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Im Rahmen der Klassenpflegschaftsarbeit wird den Eltern das methodische Konzept der Erprobungsstufe erläutert.

Die Klassenlehrerinnen und -lehrer beziehungsweise die Fachlehrerinnen und Fachlehrer suchen besonders während der Erprobungsstufenzeit intensiv das Gespräch mit den Erziehungsberechtigten. Natürlich haben die Eltern sowohl während der wöchentlichen Sprechstunde als auch an den Elternsprechtagen Gelegenheit, sich über den Entwicklungsstand ihres Kindes zu informieren.
Spüren die Kinder, dass sich ihre Eltern für die Schule interessieren und eine gute Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule besteht, so lassen sich manche Erziehungsprobleme ganz anders angehen und erfährt die Schule auch in den Augen der Kinder eine größere Wertschätzung.

Das Mitteilungsheft

Die SchülerInnen erhalten beim Eintritt in die Schule unser Mitteilungsheft, das alle wichtigen Grundsätze und Regelungen zu unserem Schulleben beinhaltet und als Vertrag zwischen Schule, SchülerInnen und Eltern einen ganz besonderen Stellenwert hat.

Das Logbuch

Alle Kinder erhalten ein Logbuch für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Dieses Logbuch ist das Steuerungsinstrument unseres neuen Unterrichtsstrukturmodells Klasse 5, 6, 7.

Konferenzen

In der Erprobungsstufe finden sechs Erprobungsstufenkonferenzen statt, um die Entwicklung der Kinder zu beobachten und um Ursachen auftretender Anfangsschwierigkeiten der Kinder zu erkennen und in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus auf ihre Überwindung hinzuwirken. Nach einigen Wochen findet ein zentraler LehrerInnensrpechtag mit allen weiterführenden Schulen und den Grundschulen statt.

Schüler helfen Schülern – Schüler in Verantwortung

Bei Leistungsproblemen in einzelnen Fächern bietet die Städtische Realschule einen Nachhilfepool an, indem sie den SchülerInnen geeignete ältere SchülerInnen vermittelt, die Nachhilfeunterricht erteilen können.

Förderkonzept: Teilbereich Offenes Lernen (OLE)

Für die Klassen der Erprobungsstufe wurde eine zusätzliche Förderstunde eingerichtet OLE, die unter dem Leitthema steht „Lernen wie man (mit anderen) lernt”. Im Bereich Methodenlernen beschäftigen sich die Schüler mit folgenden Themen:

Der Arbeitsplatz, Heft- und Mappenführung, Klassenarbeiten, mündliche Mitarbeit, Lerntypen, Selbstmotivation, Entspannung und Konzentration. Im Laufe der Klasse 6 erfolgt schwerpunktmäßig eine Verknüpfung obiger Themen mit den Anforderungen des jeweiligen Fachunterrichts.

Außerdem fördern die Klassenleiter das soziale Lernen in der Gruppe, sie stärken das Selbstvertrauen der Schüler und die Gruppendynamik der Klasse durch Sozialtrainings, auch wird regelmäßig „Klassenrat” abgehalten. Der Klassenrat ist ein Modell zur Einübung einer gemeinsamen Rede- und Streitkultur, das die Schüler in die eigene Problemlösung mit einbezieht.

Unsere SchülerInnen erwerben in der OLE Stunde ebenfalls grundlegende Kenntnisse im Umgang mit dem Computer (vgl. Kapitel II. 10 / Medienkonzept).

Förderkonzept: Teilbereich Individuelle Lernzeiten (ILZ)

Für die SchülerInnen der Klassen 5 und 6  wurden individuellen Lernzeiten eingerichtet, die aktiviertes und selbstgesteuertes Lernen, Differenzierung nach Niveau, Umfang und Zeit fördern. Jeweils eine Unterrichtsstunde in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch.

Förderkonzept: Teilbereich Teilbereich Lern- und Entwicklungsgespräch (LEG) / EVA

Alle zwei Wochen hat jedes Kind  der Erprobungsstufe ein individuelles Planungs- und Entwicklungsgespräch mit dem Lehrkraftteam aus den individuellen Lernzeiten. Die anderen Kinder der Lerngruppe arbeiten eigenverantwortlich (EVA).

Förderkonzept: weitere Teilbereiche

Umfassende Informationen zur unserem Förderkonzept finden Sie im Kapitel II des Schulprogramms

Pädagogische Elternabende

Unsere Schule bietet  zweimal pro Jahr pädagogische Elternabende, insbesondere für Eltern der Schüler in Klasse 5 bis 7, an. Diese finden auch im Rahmen unserer Arbeit im Forum Waltrop statt (Zusammenschluss der weiterführenden Schulen und der VHS).

Taufe

Unsere Fünftklässler werden nach einigen Wochen der Eingewöhnung mit einer „Taufaktion“ feierlich in die Schulfamilie aufgenommen.

Buchwoche Klasse 6

Verschiedenste Gründe haben uns zur Entwicklung dieser jährlichen Buchwoche veranlasst: Klagen über den rapide zunehmenden Verfall der Lesekultur sind überall zu hören. Viele Kinder haben im privaten Bereich kaum erfahren, dass Lesen eine sinnvolle und lohnende Freizeitaktivität sein kann. die wachsende Bedeutung der audio-visuellen Medien drängt zudem die Lesekultur in den Hintergrund.
Wir ergreifen Gegenmaßnahmen und betreiben Leseoffensive, es sind neue und unkonventionelle hinaus Leseerziehung zu fördern. Dies geschieht fächerübergreifend.

Feste feiern

Auch unsere bunte Karnevalsfeier hat Tradition. Musik ertönt aus dem Neubau und die Hüften zucken. Die SV-Lehrer und Klassenpaten veranstalten Kostümwettbewerbe, Polonäsen über den Schulhof und diverse Spiele. Helau!

Zu Halloween erhalten unsere SchülerInnen eine unheimliche Einladung zur Halloweenparty, bei der sie sich gruselig vergnügen.

Ein schöner Tag in der Adventszeit: Nikolaus besucht alljährlich die SchülerInnen, in seinem Gepäck befinden sich das Goldene Buch und ein überdimensionaler Stutenkerl.

Abschluss der Erprobungsstufe

Am Ende der Erprobungsstufe prüft die Versetzungskonferenz unter Berücksichtigung des Leistungsstandes und der zu erwartenden Entwicklung der Schülerin / des Schülers, ob die gewählte Schulform weiterhin besucht oder die Schulform gewechselt werden soll.